Liquidität
90-Tage-Liquidität: Kontoscharf statt als Gesamtsumme
Eine hohe Gesamtsumme hilft wenig, wenn die nächste Zahlung vom falschen Konto abgeht. LIOS plant Cashflows deshalb pro Zahlungsmittelkonto und trennt bestätigte Bewegungen von erwarteten Annahmen.
Autor: LIOS Redaktion · Herausgeber und Produktteam für Treasury- und Vermögenssteuerung
Veröffentlicht am 02.08.2026 · Aktualisiert am 02.08.2026 · 4 Minuten
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Jedes Konto besitzt einen eigenen Startsaldo.
- Bestätigte Cashflows bilden die konservative Linie.
- Mindestbestand und Monatsreserve definieren den benötigten Puffer.
Konten nicht saldieren
Geschäfts- und Privatkonten erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Auch ein Tagesgeldkonto kann eine fällige Lastschrift nicht automatisch decken.
Die Prognose zeigt deshalb für jedes Konto den niedrigsten bestätigten Saldo und den ersten Tag einer möglichen Unterschreitung.
Bestätigt und erwartet
Miete, Steuern oder ein fest vereinbarter Transfer gehören in die bestätigte Sicht. Wahrscheinliche, aber noch unsichere Einnahmen bleiben separat.
Damit ist erkennbar, ob ein Puffer aus vorhandenem Geld oder aus einer Hoffnung auf künftige Zahlungseingänge entsteht.
Regeln und Ausnahmen
Einmalige und wiederkehrende Regeln reduzieren Pflegeaufwand. Einzelne Vorkommen können verschoben, im Betrag geändert oder übersprungen werden.
Jede Änderung bleibt an der Regel nachvollziehbar und beeinflusst die Prognose ab dem gewählten Stichtag.
Praktische Tipps
- Fälligkeiten am tatsächlichen Belastungskonto erfassen.
- Erwartete Zuflüsse nicht als sicheren Puffer behandeln.
- Warnungen nach Betrag und Datum priorisieren.
Fazit
Kontoscharfe Liquidität beantwortet nicht nur, ob insgesamt genug Geld vorhanden ist. Sie zeigt, auf welchem Konto, zu welchem Zeitpunkt und mit welcher Sicherheit eine Lücke entstehen kann.
FAQ
Warum genau 90 Tage?
Der Horizont ist lang genug für typische Fixkosten, Steuertermine und Transfers, bleibt aber für manuelle Planung überschaubar.
Werden erwartete Einnahmen ignoriert?
Nein. Sie sind sichtbar, erhöhen aber nicht die konservative bestätigte Untergrenze.
Methodik
LIOS projiziert je Konto den vorhandenen Saldo und datierte Cashflow-Vorkommen. Bestätigte und erwartete Reihen werden getrennt geführt; Policies liefern Mindestbestand, Monatsreserve und Warnschwelle.
Quellen und Abgrenzung
Die Prognose basiert auf den erfassten Daten und ersetzt keine individuelle Finanzberatung.